Die Ernst-Prost-Stiftung, LIQUI MOLY und Auto Mader schenken schwerbehindertem jungen Mann einen VW Passat

Ulm / Bremen, 29. April 2011 – Das Leuchten in den Augen von Sascha G. ist groß, als der den silberfarbenen und bunt beklebten Passat erblickt und erfährt, dass dieses Fahrzeug künftig ihm gehören wird. Mit seinem Vater ist er den weiten Weg von Bremen nach Ulm gefahren, um das Fahrzeug in Empfang zu nehmen. Bis zum Erreichen des Ziels war es eine Überraschung. Ans Steuer setzen darf sich Sascha nur fürs Erinnerungsfoto, fahren wird der 22-Jährige nie dürfen: Er ist geistig behindert und Autist. Glücklich sind Vater und Sohn über das Geschenk der Ernst-Prost-Stiftung, des Schmiermittelherstellers LIQUI MOLY und der Firma Auto Mader. Denn der Kombi wird das Leben der beiden künftig sehr viel leichter machen.

Als Saschas Vater im Fernsehen, Firmenchef Ernst Prost im LIQUI MOLY-Werbefilm sieht, wird er auch auf dessen Stiftung aufmerksam, deren E-Mail-Adresse am unteren Bildrand eingeblendet wird. Er nimmt Kontakt auf. Kerstin Thiele, die Frau an Prosts Seite, ist Mitglied des Stiftungsvorstands und kümmert sich um Spenden, Förderanträge, einfach um alles. Saschas Vater schildert sein Leid bzw. das des Sohnes. Als Autist kann dieser den öffentlichen Nahverkehr nicht nutzen. „So viele Menschen auf engem Raum führen bei Sascha zu einer Reizüberflutung. Das macht ihn fertig", beschreibt der Vater. Sascha ist auf Einzelbeförderung angewiesen. Doch wie, ohne Auto. Von Hartz IV kann er sich für beide keinen Wagen leisten. Kerstin Thiele und Ernst Prost nehmen Kontakt zu Armin Mader, Chef des gleichnamigen Autohauses in Blaustein bei Ulm auf. Dort least LIQUI MOLY einen Großteil seines Fuhrparks. Der VW Passat Variant wurde im November 2009 erstmals zugelassen, hat 115.000 Kilometer abgespult und ist ein so genannter Rückläufer aus der LIQUI MOLY-Flotte. Bei knapp 16.000 Euro liegt der Rückkaufwert – Steuern inklusive. Diese Summe teilen sich die Stiftung, Prosts Firma und Auto Mader. „Es ist sehr schön zu sehen, wie sich eine ganze Reihe von Menschen bereit erklärt haben, mir bei dieser Arbeit zu helfen. Zustifter, Spender, freiwillige Helfer, vor allem meine Kolleginnen und Kollegen aber auch Geschäftspartner wie jetzt Armin Mader zögern nicht, diskutieren nicht, jammern nicht und schimpfen nicht, sondern packen an und tun, was getan werden muss", freut sich Prost über das gelungene Projekt.

Noch mehr freuen sich Sascha und dessen Vater: „Das Auto setzt wieder Kräfte frei und nimmt uns so viele Alltagssorgen." 2016 oder 2017 soll Sascha in einem Wohnheim leben können. Darauf bereiten ihn spezielle Kurse vor zu denen ihn sein Vater nun mit dem eigenen Auto fahren kann. „Mein Tag mit Behördengängen und Pflege hat 16 bis 18 Stunden. Durchschlafen kann ich keine einzige Nacht. Das zehrt an den Kräften", erklärt der 45-Jährige, weshalb er den Platz im Wohnheim ausgewählt hat. Mobilität sei stets wichtig und es sei kein schönes Gefühl, immer bei Freunden um eine Fahrgelegenheit betteln zu müssen. Beispielsweise hat sich heute eine Freundin bereiterklärt, die beiden von Bremen nach Ulm zu fahren.

 

Neid und Missgunst

Seinen Namen möchte Vater Uwe nicht ohne Grund in den Medien sehen, zu schlimm sind die zurückliegenden Erfahrungen. Damals hatte Sascha Unterstützung für einen Platz in einer Spezialschule bekommen. Es folge ein „Spießrutenlauf", wie es der Vater bezeichnet: „Der Vermieter wusste von meinen schwierigen Verhältnissen." Die Nachbarschaft gönnte es den beiden nicht. „Irgendwann wurden die Anfeindungen so groß, dass nur ein Wohnortwechsel half. Nochmal möchte ich das nicht mit Sascha durchmachen."

Ernst Prost machen solche Sätze wütend: „Vielleicht täusche ich mich, aber kann es sein, dass irgendetwas nicht mehr so ist in unserem Lande, wie es sein sollte und vielleicht auch einmal gewesen ist? Leidet unsere Gesellschaft an Wertemangel? Haben wir verlernt was für ein Zusammenleben von Menschen wichtig ist? Haben Neid, Egoismus und Habgier Werte wie Bescheidenheit und Demut verdrängt? Büßen müssen diese Entwicklung immer die Schwachen: Mütter, Kinder, Kranke, Opfer von Kriminalität, Behinderte, und Arme."

 

Worte und vor allem Taten

Um dieser Entwicklung gegenzusteuern hatte der Unternehmer im Februar die Ernst-Prost-Stiftung ins Leben gerufen. Sie hilft unverschuldet in Not geratenen Menschen. Bundesbildungsministerin Dr. Anette Schavan konnte für die Schirmherrschaft gewonnen werden. Ernst Prost will Leid mildern und mehr: „Ich versuche mit meiner Stiftung der Oberflächlichkeit und der Gleichgültigkeit einer verrohten Gesellschaft, die an Egozentrik leidet und die der Geldgier und Schamlosigkeit erlegen ist, die Stirn zu bieten. Ich möchte ein Signal für Menschlichkeit, Fürsorge und Nächstenliebe senden, dies dabei jedoch keineswegs nur mit Worten tun, sondern konkrete Taten sprechen lassen."

Saschas Vater kennt andere Beispiele: „Neben der Stiftung von Herrn Prost habe ich mich noch an sieben weitere gewandt und bis heute noch keine Antwort erhalten. Frau Thiele und Herrn Prost danke ich für die schnelle und professionelle Hilfe und hoffe, dass diese Stiftung noch viel Gutes tun wird."

Doch dazu sind Spenden wichtig, denn der Kapitalstock muss unangetastet bleiben. Lediglich die Erträge daraus dürfen verwendet werden. „Bei rund zwei Prozent Zinsen genügt der Ertrag leider nicht, um so zu helfen, wie es die Stiftung gerne möchte", sagt Prost. Mit 500.000 Euro hat er den Stiftungskapitalgrundstock gebildet. Zustifter und Spender gibt es und der Gründer ist froh, dass die vielen bewegten Schicksale andere Menschen zum Spenden bewegen, denn nur so lasse sich auch etwas bewegen. Das beste Beispiel ist der silberne Passat, mit dem Uwe und sein Sohn Sascha die Heimreise nach Bremen antreten.


Kontakt

Kerstin Thiele, Mitglied des Stiftungsvorstands

Telefon: +49 (0)8221 / 3 68 87 60

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Downloads

- Pressemitteilung

- Foto: Armin Mader (links), Ernst Prost (rechts) und Kerstin Thiele übergeben Sascha G. (2.v.l.) und seinem Vater einen VW Passat.